Artikel: Schleswig-Holstein Land unter?
In der Forschung wird eine Vielzahl von negativen Auswirkungen der globalen Erwärmung diskutiert. Je nachdem welche Parameter in einem Klimamodell berücksichtigt werden, können die Wissenschaftler zu verschiedenen Aussagen kommen. Es gibt nicht ein Szenario zu den negativen Folgen des Klimawandels, sondern viele.
Offensichtlich ist zunächst, dass es unabhängig von den zugrunde gelegten Parametern mit sehr großer Wahrscheinlichkeit und unter Beibehaltung des heutigen Entwicklungstrends zu negativen Umweltauswirkungen kommen wird. Dabei ist nicht nur die Erwärmung an sich zu berücksichtigen, die zum Beispiel direkt zu Dürren führen kann, sondern auch ihre indirekten Folgen. Unter bestimmten Umständen kann die Erwärmung der Atmosphäre auch den gegenteiligen Effekt erzielen: Werden durch die Temperaturerhöhung Meeresströme wie der Golfstrom abgelenkt, würde dieses einen massiven Temperatursturz in Europa und Nordamerika mit sich bringen.
Einige der Folgen der globalen Erwärmung sehen wir schon jetzt: Wetterextreme treten häufiger auf, es kommt vermehrt zu Überschwemmungen und Stürmen. In Nordeuropa werden sich die Wetterextreme vermutlich nicht so stark bemerkbar machen wie in wärmeren Regionen unserer Erde. Einige sehen sogar einen positiven Nebeneffekt: Wärmere Sommer bedeuten für sie Temperaturen wie in den Urlaubsländern Spanien oder Frankreich. Doch der Blick auf andere Kontinente verdeutlicht, welche katastrophalen Auswirkung die Erderwärmung mit sich bringen kann. Trockenheit lässt Ernten in den USA verdorren, Brände vernichten riesige Waldflächen. Immer mehr Hurrikans machen die Ostküste der USA unsicher. Noch nie hatte es so viele Wirbelstürme in der Karibik gegeben.
Doch dies sind nur einige der vielen gravierenden Folgen, die mit der Erderwärmung zusammenhängen. Auch ein Ansteigen der Meeresspiegel ist zu erwarten. Wie hoch dieser steigt, kann noch kein Wissenschaftler mit Genauigkeit sagen. Man geht jedoch von einem Anstieg von 0,8 bis 1,6 Metern aus.

Große Teile Hollands ständen damit unter Wasser. Auch viele Lagunen- und Küstenstädte, wie etwa Venedig, wären damit gefährdet. Wenn man sich einmal vor Augen führt, wie viele Menschen in der Nähe des Meeres wohnen, so wird das Ausmaß der zukünftigen Probleme erst richtig bewusst: Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Küstenregionen. Besonders dramatisch ist die Situation für viele Menschen außerhalb Europas: Die jetzt schon hohe Zahl der Flutkatastrophen in Bangladesch wird weiter steigen. Auch die Existenz vieler pazifischer Inseln ist gefährdet.
Die Liste der potenziellen negativen Effekte der globalen Erwärmung ist mit einer bereits erschreckenden Aufzählung von Dürren, Überschwemmungen, Waldbränden, Versauerung der Meere und Artensterben noch längst nicht vollständig. Berücksichtigt werden müssen auch politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen.
Da mit unterschiedlich starken negativen Folgen der globalen Erwärmung für die verschiedenen Regionen der Welt zu rechnen ist, ist es möglich, dass die Anzahl von Umweltflüchtigen ansteigen wird. Heutige Umweltflüchtlinge sind zumeist Personen, die vor den Auswirkungen einer konkreten Umweltkatastrophe gezwungen werden, ihr Heimatgebiet zu verlassen. Je nachdem um was für einen Katastrophe es sich dabei handelt, besteht die Chance, nach einer gewissen Zeit in die Heimatregion zurückzukehren. In Zukunft besteht allerdings die Möglichkeit, dass Menschen deshalb zur Flucht gezwungen werde, da ihr Lebensraum nachhaltig geschädigt ist. Eine Rückkehr in das Heimatgebiet wäre dann nicht mehr möglich.
Heutige Klimabrennpunkte sind laut einer Studie des wissenschaftlichen Beirats "Globale Umweltveränderung (WBGU)" der Bundesregierung die Karibik und der Golf von Mexiko, Amazonien, die Andenregion, Südeuropa und Nordafrika, die Sahelzone, das südliche Afrika, Zentralasien, der indische Subkontinent und China. Das dabei am häufigsten auftretende Problem ist die zunehmende Trockenheit und ihre Auswirkungen.
Berichte und Fallbeispiele zu den Auswirkungen des Klimawandels finden Sie bei
Diese Organisation setzt sich für die Nord-Süd Gerechtigkeit ein und konzentriert sich dabei auf die Politik und Wirtschaft des Nordens mit ihren weltweiten Auswirkungen.
Effektiver Klimaschutz kümmert sich nicht nur um die Reduzierung des CO2 Ausstoßes, sondern muss auch Strategien entwickeln, um sich an die heute schon nicht mehr abwendbaren Folgen des bisherigen Treibhausgasausstoßes anzupassen.
Das Umweltbundesamt hat hierfür ein "Kompetenzentrum Klimafolgen und Anpassung" (KomPass) eingerichtet. Dort finden Sie ausführliche Informationen zu diesem Themenbereich.