Artikel: Regional einkaufen
Rein von der Menge her betrachtet, essen wir heute in etwa so viel wie vor 20 Jahren. Die Wege, die unsere Nahrungsmittel vom Erzeuger bis zu unserem Kühlschrank zurückgelegt haben, haben sich dagegen nahezu verdoppelt
Da werden Krabben zum Pulen von der Nordsee nach Marokko transportiert oder Ananas per Flieger aus Brasilien importiert. Gerade exotische Früchte, die per Flugzeug in die Supermärkte gelangen, schneiden bei der Klimabilanz besonders schlecht ab - mit mehr als zwei Kilogramm CO2 pro transportierter Tonne und Kilometer. CO2 ist eines der Treibhausgase, deren verstärktes Vorkommen die Atmosphäre verändert und das Klima beeinflusst. Bei der Verbrennung von einem Liter Benzin werden 2370 Gramm CO2 freigesetzt. Bei der Verbrennung der gleichen Menge Diesel 2650 Gramm. Ein beladener Lkw verbraucht auf einem Kilometer zwischen drei und vier Litern Dieselkraftstoff. Zum Vergleich: Reist die Ware per Schiff an, sind es gerade einmal neun Gramm.
Ein Beispiel: Ein Kilogramm Erdbeeren, die per Flugzeug aus Südafrika anreisen, schlagen mit 11,5 Kilogramm in der CO2 Bilanz zu Buche, einheimische Ware von dem Erdbeerfeld nebenan dagegen nur mit rund 0,75 Kilogramm.
Das Dilemma: Der Apfel aus Tirol kann für einen Bayern klimatechnisch betrachtet sinnvoller sein als Obst aus der Haseldorfer Marsch. Beide können jedoch hinter einem aus Neuseeland eingeflogenem Apfel zurückfallen - wenn sie vor dem Verkauf monatelang in energieintensiven Kühlhäusern gelagert wurden.
Die Lösung: Lebensmittel in der Saison und aus der Region einkaufen, also möglichst direkt vom Erzeuger in der Umgebung und zu der Jahreszeit, in der sie im Freiland angebaut werden können. Damit entfallen lange Transportwege ebenso wie die Energiekosten für Gewächs- und Kühlhäuser. Und wenn Sie dann noch mit dem Fahrrad zum Einkaufen fahren, statt mit dem Auto, leisten sie einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz und tun Ihrer Gesundheit etwas Gutes.
Ob beim Kauf von Getränkekartons, Kleidung oder Druckerpapier - an klimafreundlichen Alternativen zu den herkömmlichen Produkten mangelt es nicht. Eine Orientierungshilfe bieten unter anderem die vielen bekannten Umweltzeichen, wie zum Beispiel der "Blaue Engel". So spart eine einzige Packung Recyclingpapier (500 Blatt) im Vergleich zu Frischfaserpapier die Menge Energie, mit der man 160 Kannen Kaffee kochen könnte. Wenn Sie mehr über den versteckten Energieverbrauch für die Herstellung und den Transport von Konsumgütern wissen und Tipps für den Einkauf nachhaltiger und klimafreundlicher Produkte haben möchten, finden Sie interessante Informationen bei der Initiative Nachhaltig handeln

